
Vom 8. bis 15. Oktober 2026 findet die Woche des Sehens zum 25. Mal statt. Die bundesweite Aktionswoche macht auf Blindheit, Sehbehinderung und Augengesundheit aufmerksam. Für uns als Sozialverbund Südthüringen ist sie auch ein Anlass, die eigene Kommunikation zu betrachten: Wie können wir Informationen für möglichst viele Menschen zugänglich machen?
Sehbehinderung kann uns alle betreffen
Nicht jeder Mensch lebt von Geburt an mit einer Sehbehinderung. Das Sehvermögen kann sich auch im Laufe des Lebens verändern – etwa durch Erkrankungen oder altersbedingte Veränderungen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit mindestens 2,2 Milliarden Menschen mit einer Beeinträchtigung des Nah- oder Fernsehens. Diese Zahl umfasst auch Fehlsichtigkeiten, die beispielsweise durch eine Brille korrigiert werden können.
Bei mindestens einer Milliarde Menschen hätte die Sehbeeinträchtigung verhindert werden können oder ist noch nicht ausreichend behandelt beziehungsweise korrigiert worden.
Zu den möglichen Ursachen für einen Sehverlust gehören beispielsweise der Graue Star, der Grüne Star, diabetische Netzhauterkrankungen und die altersbedingte Makuladegeneration.
Augenärztliche Untersuchungen, Früherkennung und rechtzeitige Behandlung können helfen, Erkrankungen zu erkennen, das Sehvermögen zu erhalten oder einen weiteren Sehverlust zu begrenzen.
Doch nicht jede Sehbehinderung lässt sich verhindern oder behandeln. Deshalb sind auch Hilfsmittel, zugängliche Informationen und der Abbau von Barrieren entscheidend für ein selbstbestimmtes Leben.
Teilhabe beginnt auch bei Informationen
Eine Sehbehinderung kann viele Bereiche des Alltags betreffen. Dazu gehört auch der Zugang zu digitalen Informationen.
Bilder ohne Alternativtexte, Videos ohne zugängliche Beschreibungen oder Dokumente, die von Screenreadern nicht richtig gelesen werden können, erschweren die Nutzung digitaler Angebote.
Digitale Barrierefreiheit bedeutet deshalb, Informationen so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen sie selbstständig wahrnehmen, verstehen und nutzen können.
Was wir als Sozialverbund Südthüringen bereits umsetzen
Auch wir möchten dazu beitragen, digitale Barrieren abzubauen.
Deshalb ergänzen wir unsere Veröffentlichungen auf Instagram und Facebook sowie unsere Newsblog-Artikel mit Alternativtexten und ausführlichen Bildbeschreibungen. Sie helfen Menschen, die Bilder nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmen können, die dargestellten Inhalte besser zu verstehen.
Auch bei der Erstellung unserer Website-Inhalte berücksichtigen wir Barrierefreiheit von Anfang an. Wir achten auf verständliche Formulierungen, kurze Sätze und klare Strukturen.
Denn Informationen sollen nicht nur vorhanden sein. Sie sollen möglichst vielen Menschen tatsächlich zugänglich sein.
Woran wir weiterarbeiten
Wir wissen, dass unsere digitale Kommunikation noch nicht vollständig barrierefrei ist. Deshalb möchten wir bestehende Barrieren Schritt für Schritt abbauen.
Barrierefreie Dokumente
Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung unserer PDF-Dokumente. Insbesondere Stellenangebote und weitere Dokumente zum Herunterladen sollen künftig besser mit unterstützenden Technologien wie Screenreadern nutzbar sein.
Besser zugängliche Videos
Auch unsere Videos und Reels möchten wir weiterentwickeln. Gut lesbare Untertitel und ergänzende Videobeschreibungen sollen künftig helfen, die Inhalte für mehr Menschen zugänglich zu machen.
Dabei möchten wir wichtige visuelle Informationen nicht nur zeigen, sondern bei Bedarf auch hörbar vermitteln.
Verständliche und Leichte Sprache
Bei der Erstellung unserer Website-Inhalte achten wir bereits auf möglichst einfache und verständliche Formulierungen.
Darüber hinaus möchten wir ausgewählte Informationen professionell in Leichte Sprache übersetzen lassen.
Leichte Sprache folgt besonderen Regeln und richtet sich insbesondere an Menschen, für die komplexe Texte schwer verständlich sind. Sie ist ein weiterer Bestandteil unserer übergreifenden Bemühungen um Barrierefreiheit.
Gemeinsam Barrieren abbauen
Barrierefreiheit ist ein fortlaufender Prozess. Wir können nicht alle Hindernisse auf einmal beseitigen. Aber wir können bei jeder neuen Veröffentlichung darauf achten, weitere Barrieren zu vermeiden.
Dabei sind auch die Erfahrungen der Menschen wichtig, die digitale Barrieren im Alltag erleben. Deshalb freuen wir uns über Hinweise, Anregungen und Rückmeldungen zu unserer digitalen Kommunikation.
Schreib uns gerne an pr@sozialverbund-suedthueringen.de. Deine Erfahrungen und Anregungen helfen uns, unsere Informationen noch zugänglicher zu gestalten.
Denn Teilhabe beginnt auch dort, wo Informationen für möglichst viele Menschen zugänglich werden.

Bildnachweis: Adobe/DBSV
Quellen und weiterführende Informationen
Woche des Sehens
Informationen zur Aktionswoche, Veranstaltungen und Hintergründe.
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV)
Informationen, Selbsthilfe und Beratungsangebote für Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit sowie ihre Angehörigen.
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Internationale Daten und medizinische Hintergrundinformationen zu Sehbehinderungen und Blindheit.

